Mercedes Software Update - Vorsicht - Wir raten davon ab!

 letztes Update: 17.01.2022
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Mercedes Software Update im Abgasskandal - Die Lösung für zurückgerufene Fahrzeuge?

Die kurze Antwort lautet: Nein! Warum das so ist, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Zahlreiche Untersuchungen durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und unabhängige Sachverständige haben ergeben, dass eine Reihe deutscher Autohersteller ihre Fahrzeuge durch den Einbau illegaler Abschalteinrichtungen manipuliert haben. Diese sind so programmiert, dass die Diesel-Motoren auf dem Prüfstand weniger Stickoxide ausstoßen als unter realen Fahrbedingungen auf der Straße. Die betroffenen Fahrzeuge hätten ohne die Manipulation nicht für den Straßenbetrieb zugelassen werden dürfen. Die Autobauer haben sich die Zulassungen damit erschlichen. Millionen mit einer unzulässigen Täuschungssoftware ausgestattete Mercedes-Modelle wurden auf Anordnung des KBA verpflichtend zurückgerufen. Die in die Werkstätten gerufenen Fahrzeuge sollen anhand von Software-Updates durch das Entfernen der illegalen Abschalteinrichtung wieder “sauber” gemacht werden.

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Mercedes Diesel Euro 6 Software-Update Erfahrungen

Es ist nicht auszuschließen, dass das Software-Update negative Auswirkungen auf den Motor und die Abgasanlage hat. Betroffene berichten von unerwünschten Nebeneffekten, die nach der Durchführung des Software-Updates eingetreten sind. Wie auch bei der Hardware-Nachrüstung bemängeln Diesel-Fahrer einen erhöhten Kraftstoffverbrauch, einen Leistungsabfall, verstopfte Dieselfilter sowie Verrußung bzw. Versottung des Motors. Dies berichtete unter anderem der Spiegel am 18.03.2019 unter Bezugnahme auf eine ADAC-Studie. Auch das Ventil für die Abgasrückführung (AGR-Ventil) sei teilweise bereits nach wenigen Kilometern verrußt gewesen. Als merkliches Manko berichten Betroffene von einem stark gestiegenen AdBlue-Verbrauch. Dieser habe sich in zahlreichen Fällen um das Zwei- bis Dreifache erhöht. Auch seien vermehrt Probleme mit der Start/Stop-Automatik aufgetreten.

Fragen und Antworten zum Software-Update

Zweifelhafte Wirksamkeit beim Mercedes Software Update

Daneben ist die Wirksamkeit des Updates zweifelhaft. Im Rahmen des Updates wird das Motorsteuergerät unter anderem so programmiert, dass die Abgasrückführraten erhöht werden, um den Ausstoß von Schadstoffen zu senken. Ziel ist die Verringerung des Stickoxid-Ausstoßes um 25 bis 30 Prozent. Diese Werte werden allerdings kaum erreicht. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Messungen durchgeführt, die belegen, dass sich der Schadstoffausstoß bei zahlreichen Fahrzeugen nach der Durchführung des Software-Updates nur geringfügig besserte. So konnte der Ausstoß von Stickoxiden teilweise lediglich um etwa 7 Prozent gemindert werden. Die auf dem Prüfstand zulässigen Grenzwerte werden auf der Straße immer noch weit überschritten. Bei einigen Diesel-Autos erhöhten sich die Emissionswerte sogar.

Beispiel:

Im Rahmen einer durch den britischen Mess-Spezialisten “Emissions Analytics” in Stuttgarts Straßen durchgeführten Abgasmessung eines Mercedes C220 CDI (Euro 5) mit einem Motor OM 651 vor und nach dem Software-Update wurde festgestellt, dass die Stickoxid-Werte nach dem Update höher waren als zuvor. So wurden bei dem Testfahrzeug vor dem Update Stickoxid-Werte von 715 mg/km gemessen. Nach dem Update lag der Durchschnittswert bei 764 mg/km. Bei einer zweiten Messung stieß das Auto sogar 792 mg/km Stickoxid aus. Eine Verbesserung ist durch das Update jedenfalls nicht sicher gegeben.

Anhand zahlreicher Testmessungen wird deutlich, dass das Software-Update nicht den gewünschten Effekt der Reinhaltung der Luft erzielt.

Entscheidend für die sog. Entscheidung über die Stilllegung ist für die zurückgerufenen Fahrzeuge nach Ansicht des KBA allein der auf der Prüfvorrichtung gemessene Wert. Dieser darf den vorgegebenen NOx-Grenzwert von 80 mg/km nicht überschreiten. Dies ist der Grenzwert für die Euro 6 Norm. Der im Straßenverkehr ausgestoßene Stickoxid-Wert darf grundsätzlich erheblich höher liegen.

In welchen Konstellationen kann Schadensersatz geltend gemacht werden?

Ok
Gebrauchtwagen
Ok
Neuwagen
Ok
Fahrzeug bereits verkauft
Ok
Software-Update unerheblich
Ok
Leasing
Ok
Hardware-Nachrüstung unerheblich
Ok
Auch für EU Nachbarn

Locken mit Gutscheinen und freiwilligen Kundendienstmaßnahmen

Viele Autobauer versuchen, Ihre Diesel-Kunden mit sog. Servicemaßnahmen oder Gutscheinen in die Werkstätten zu locken. Daimler hat denjenigen Kunden, die ihren Diesel im Rahmen einer freiwilligen Kundendienstmaßnahe in die Werkstatt bringen und dort das Software-Update durchführen lassen, sogar 100-Euro-Gutscheine für Produkte und Dienstleistungen angeboten. Damit wollte Daimler vermutlich erreichen, dass möglichst viele Diesel-Fahrzeuge, deren Rückrufe noch nicht verpflichtend durch das KBA angeordnet wurden, bereits freiwillig das Software-Update aufspielen lassen. Auf diese Weise versucht der Stuttgarter Autobauer die Anzahl der imageschädigenden Pflichtrückrufe zu reduzieren. Es ist damit zu rechnen, dass Modelle, die zu einer freiwilligen Kundendienstmaßnahme geladen werden, früher oder später dem vom KBA angeordneten Pflichtrückruf unterliegen. Betroffene beklagen vereinzelt sogar die ungewollte Durchführung des Software-Updates. Ohne Absprache oder sogar gegen den ausdrücklichen Willen der Fahrzeughalter sind bereits einige Daimler-Fahrzeuge im Rahmen eines Werkstattbesuchs mit dem Update ausgestattet worden. Wir raten Ihnen davon ab, Gutscheine dieser Art anzunehmen und das Software-Update durchführen zu lassen.

Lassen Sie sich nicht nochmal täuschen! Fallen Sie nicht auf die einfallsreichen Lockangebote der Autohersteller herein! Wir beraten Sie gerne!

 Malte Brix, Rechtsanwalt und Partner
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Mercedes Software Update verweigern? - So läuft es ab

Wir raten Ihnen von der Durchführung des Software-Updates ab.
Erst wenn Ihnen unter Setzung einer Frist zur Durchführung des Updates mit einer Stilllegung des Fahrzeugs durch die örtliche Zulassungsbehörde gedroht wird, sollten Sie einen Termin mit Ihrer Werkstatt vereinbaren und spätestens dann auch einen Anwalt konsultieren.

Von der Rückrufanordnung bis zur Stilllegung

Nachdem das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) den Rückruf eines Modells angeordnet hat, folgt meist mehrere Monate später dessen Umsetzung. Zunächst fordert der Hersteller den Fahrzeughalter zur Durchführung des Software-Updates auf. Wenn dieser Aufforderung nicht nachgekommen wird, folgen in der Regel ein bis zwei weitere Aufrufe in Abständen von mehreren Monaten. Bei Nichtbefolgung der Aufforderung muss der Hersteller die Daten des Fahrzeughalters an das KBA übermitteln. Das KBA fordert den Halter dann ebenfalls schriftlich auf, das Software-Update durchführen zu lassen und setzt dafür eine Frist von zwei bis drei Monaten. Wenn der Daimler-Fahrer der Aufforderung zur Durchführung des Updates erneut innerhalb der gesetzten Frist nicht nachkommt, überträgt das KBA der örtlichen Zulassungsbehörde den Fall zur weiteren Bearbeitung. Erst dann folgt eine schriftliche Aufforderung der örtlichen Zulassungsbehörde, die bei Verstreichenlassen einer Frist von in der Regel ein bis zwei Wochen mit der kostenpflichtigen Stilllegung des Fahrzeugs droht. Mit der Androhung der Stilllegung müssen Sie erst nach etwa 18 Monaten nach Erhalt des ersten Aufforderungsschreibens der Daimler AG rechnen.

OM 651 Software Update

Der am stärksten vom Abgasskandal betroffene Motor OM 651 ist in nahezu sämtlichen Baureihen der Premiummarke Mercedes-Benz verbaut. Es gibt den Motor als Euro 5 und Euro 6 Version. Für das jeweils vom KBA vorgeschlagene OM 651 Software-Update gilt das oben beschriebene uneingeschränkt.

Hardware Nachrüstung als Alternative?

Wir raten Ihnen ebenfalls in der Regel von einer Hardware-Nachrüstung ab. Teilweise wird die Hardware-Nachrüstung als sinnvolle Alternative zum Software-Update angepriesen. Allerdings hat auch die Hardware-Nachrüstung ihre Tücken. Im Rahmen der Nachrüstung wird ein wirksameres Abgasreinigungssystem mit Hilfe einzelner Hardware-Teile wie dem SCR-Katalysator (Selektive katalytische Reduktion) und dem AdBlue-Tank eingebaut. Als Folge dieser Maßnahme können die NOx-Emissionen im Straßenverkehr verringert werden. Nachgerüstete Diesel-Fahrzeuge sind nicht mehr von möglichen Fahrverboten betroffen. Allerdings kommt die Hardware-Nachrüstung nur für wenige Daimler-Modelle in Betracht. Daneben ist die Umsetzung trotz einer möglichen finanziellen Beteiligung seitens des Mercedes-Herstellers kostspielig für den Fahrzeughalter und wird allenfalls gewährt, wenn eine Reihe von Kriterien erfüllt sind. Insbesondere muss der Fahrzeughalter in einem von Fahrverboten betroffenen Schwerpunktgebiet wohnen oder Berufspendler in ein solches Gebiet sein. Wie beim Software-Update kann auch die Hardware-Nachrüstung “Nebenwirkungen” haben. Die Hardware-Nachrüstung kann ebenfalls zu einem Leistungsabfall des Fahrzeugs und einem erhöhten Sprit- und AdBlue-Verbrauch führen. Den Wertverlust Ihres Diesel-Fahrzeugs können Sie mit der Hardware-Nachrüstung zwar abfedern, nicht aber verhindern. Wir raten Ihnen deshalb, die Hardware-Nachrüstung nicht durchführen zu lassen, und beraten Sie dazu gerne in einem kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch.

Keine Auswirkungen auf Erfolgsaussichten

Auf Ihren Entschädigungsanspruch hat es keine Auswirkungen, ob Sie das Software-Update bereits haben durchführen lassen oder nicht. Dennoch raten wir für die gerichtliche Durchsetzung Ihres Anspruchs von einer voreiligen Durchführung ab, da die manipulierte Abschalteinrichtung Ihres Fahrzeugs ein gerichtliches Beweismittel darstellt. Dessen Vorbringen ist zwar in der Regel nicht erforderlich, da zahlreiche Untersuchungen durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und unabhängige Sachverständige bereits ergeben haben, dass Daimler seine Fahrzeuge durch den Einbau illegaler Abschalteinrichtungen manipuliert hat.
Wenn Sie vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eine Aufforderung zum Software-Update erhalten haben oder Ihnen mit einer Stilllegung Ihres Mercedes-Fahrzeugs gedroht wird, lassen Sie sich von einem auf den Abgasskandal spezialisierten Anwalt über Ihre Rechte aufklären.

BRIXLANGE hilft Ihnen gerne dabei, eine angemessene Entschädigung zu erstreiten!

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